Presseschau
“Kein Juchtenkäfer in der Liebesfalle”
19. August 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
“Am Schlosshang sollen weitere Bäume fallen”
23./24. Juli 2011 Sächsische Zeitung
“Pirnaer Schlossberglinden werden weiter gestutzt”
16. Februar 2011 Sächsische Zeitung
“Im Pirnaer Linden-Krimi fällt der erste Baum”
15. Februar 2011 Sächsische Zeitung
“Pirna lässt nun Linden am Schlossberg fällen”
15. Februar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
“Pirna fällt am Montag zwei Schloss-Linden”
12. Februar 2011 Sächsische Zeitung
“Linden für den Schlosshang geopfert”
12. Februar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
“Naturschutzbehörde verweigert Fällgenehmigung”
02. Februar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
“Rettet ein Käfer die Pirnaer Schlosslinden?”
28. Januar 2011 Sächsische Zeitung
“Rat besteht auf Fällung der Schlosslinden”
26. Januar 2011 Sächsische Zeitung
“Baumschützer protestierten gegen Rodung der Schlossberglinden”
26. Januar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
“Verwaltung verhält sich undemokratisch”
19. Januar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
Rathaus rechnet diese Woche mit Fällgenehmigung
18. Januar 2011 Dresdner Neueste Nachrichten
Note “mangelhaft” für Gutachten
29. Dezember 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Linden leuchten
24. Dezember 2010 Sächsische Zeitung
Kein Verstoß gegen Denkmalschutz
03. Dezember 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Sicherung der Schlosslinden beantragt
27. Oktober 2010 Sächsische Zeitung
Hat die Stadtverwaltung eine gesunde Linde fällen lassen?
21. Oktober 2010 Sächsische Zeitung
Das Schweigen der ersten Linde
20. Oktober 2010 Pirnaer Rundschau
Biologen suchen in den Linden nach Fledermäusen
16. Oktober 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
BI protestiert im offenen Brief gegen Abholzung
05. Oktober 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
OB verteidigt geplante Baumfällung
11./12. September 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
“Hängende Gärten” am Schlossberg
24. August 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Italienisches Flair am Pirnaer Schlossberg
24. August 2010 Sächsische Zeitung
Neue Demokratieformen in Pirna
30. Juli 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Protest gegen Baumrodung geht an OB
29. Juli 2010 Sächsische Zeitung
Der Baum im Stadtwappen ist Verpflichtung
15. Juli 2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Pirna. Die Stadt Pirna plant, neun Linden an der Schlosstreppe zu fällen. Nach der Sanierung der Treppe will sie 22 neue Bäume pflanzen. Gegen die geplante Baumfällung regt sich Protest. Die Bürgerinitiative “Lebenswertes Pirna” will die über 100 Jahre alten Schlossberglinden retten. Sie hat bereits 762 Unterschriften für den Erhalt der Linden-Allee gesammelt. Im DNN-Interview sagen Birgitt Munser, Elvira Koll und Imke Günther von Bürgerinitiative, warum die Bäume stehen bleiben müssen und wie sie die Linden retten wollen.
Frage: Was ist die Initiative “Lebenswertes Pirna”?
Elvira Koll: Wir sind eine Gruppe von Pirnaer Bürgern, die das Ziel haben, unsere Stadt lebenswert zu erhalten. Uns gibt es seit nunmehr einem Jahr. Wir haben uns zusammengeschlossen, als der erste Bauabschnitt zur Schlosshangneugestaltung im Stadtrat beschlossen wurde.
Imke Günther: Jeder hat seine individuelle Motivation für sein Mittun. In der Initiative engagieren sich Anwohner, Bürger der Stadt oder einfach nur Menschen, die diesen Ort für ihre Kinder und Enkelkinder herhalten wollen.
Sie haben sich wegen der geplanten Neugestaltung des Schlossberghanges gegründet. Was ist Ihr konkretes Ziel?
Imke Günther: Unser Credo ist der Spruch, der über dem Stadtwappen an einem gusseisernen Gitter an der Langen Straße 13 steht: “Man muss den Baum in Ehren halten, von dem man Schatten hat.” Wir haben einen Baum im Stadtwappen, was ebenfalls eine Verpflichtung für uns darstellt. Es wäre aber zu kurz gefasst, dass es uns nur um den Erhalt der Bäume geht. Es drängen sich mehrere Themen auf. Zum einem geht es um den Umgang der Stadtverwaltung mit dem Bürger. Informationen kommen immer sehr spät. Wir werden mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gibt außerdem wenig Mitspracherecht.
Elvira Koll: Es ist unbestritten, dass die Sanierung des Schlosses für Pirna eine schöne Sache ist. Wir begrüßen sie ausdrücklich. Wir stehen auch voll und ganz dahinter, dass das Umfeld einer Pflege und Verschönerung unterzogen wird. Womit wir aber nicht einverstanden sind, ist die Art und Weise, wie das vonstatten geht. Wir wollen mehr Mitsprache bei Fragen der Gestaltung plus eine sinnvolle Pflege des Schlosshanges.
Was ist Ihr konkrete Kritik?
Imke Günther: Man bekommt von der Stadtverwaltung permanent den Eindruck vermittelt: Lasst uns in Ruhe unsere Arbeit vollziehen, wir machen schon das Beste für euch. Ich vermisse die Bereitschaft zu einer ergebnisoffenen Diskussion, einer Debatte, bei der ernsthaft über das Konzept und seine Alternativen gesprochen wird und Argumente angehört und ausgetauscht werden.
Birgitt Munser: Wir vermissen eine konzeptionelle Grundlage. Aus Sicht der Bürger vollzieht die Stadt hier ein scheinbar willkürliches Agieren im Gelände. Den Stadträten werden immer nur Einzelmaßnahmen zur Abstimmung vorgelegt. Und so, wie diese Einzelschritte auf der Tagesordnung stehen, kommen sie auch an die Öffentlichkeit. Eine grundlegende Debatte, wie der Schlosshang einmal aussehen soll, gab und gibt es nicht.
Zu ihrem Vorwurf, die Stadt habe kein Konzept: Der Plan ist doch, den Schlosshang wie vor hundert Jahren zu gestalten. Als Vorbild dient eine Postkarte von 1914.
Elvira Koll: Das müsste man vielleicht erst einmal diskutieren, ob das ein Konzept ist, was von den Bürgern angenommen wird. Hier wird eine Postkartenansicht zum ästhetischen Dogma erhoben, nach dem Motto: Das war schön, das wollen wir wieder haben. Da könnte auch jemand kommen und sagen, wir wollen in Pirna wieder das Mittelalter einführen. Jede Zeit hat aber ihre eigenen Erfordernisse.
Was für Erfordernisse meinen Sie?
Elvira Koll: Sicher standen hier am Hang früher keine Bäume, weil man von der Festung ein freies Schussfeld brauchte. Aber die Zeiten ändern sich. Für uns ist es heute wichtig, ein lebenswertes Umfeld zu haben. Gerade angesichts von derzeit über 36 Grad Celsius Außentemperatur existiert hier Dank der über 100 Jahre alten Bäume ein angenehmes Kleinklima. Außerdem lag bis Dienstag im Rathaus ein Lärmaktionsplan aus. Laut ihm sind in Pirna viele Menschen erhöhten Lärmpegeln durch die Bundesstraße und die Eisenbahntrasse ausgesetzt. Der jetzige Baumbestand am Schlosshang ist ein Garant für eine Ruheoase mitten in der Stadt.
Sie haben für den Erhalt der Schlossberglinden 762 Unterschriften gesammelt. Warum müssen aus Ihrer Sicht die Bäume stehen bleiben?
Elvira Koll: Der Erhalt eines vitalen Großbaumes ist ein Wert an sich. Ein Baum ist ein Lebensraum. Ich habe zwar die Bodenbeschaffenheit nicht untersucht. Es ist meiner Meinung nach aber davon auszugehen, dass die Bodenmächtigkeit nicht so stark ist und sich darunter Felsen befindet. Die Wurzeln der jungen Bäume können der Bodenschicht nicht den Halt geben, wie das Wurzelwerk der alten Linden. Ich sehe die Gefahr von Bodenerosion gegeben. Außerdem benötigen die jungen Bäume einige Jahre, um ein überlebensfähiges Wurzelwerk zu bilden. Bei solchen Temperaturen, wie sie jetzt vorherrschen, müssen sie gewässert werden. Dann stehen die 22 neuen Linden viel zu eng. Sie müssen permanent auf Kopf geschnitten werden. Enorme Kosten für die Pflege sind die Folgen.
Jetzt gibt es die Stadtratsentscheidung. Wie wollen Sie dagegen vorgehen?
Birgitt Munser: Wir treffen uns jeden Montag, 19 Uhr. Seit einer Woche haben wie eine eigene Homepage, auf der wir über unser Anliegen und Veranstaltungen informieren. Außerdem werden wir alle rechtlichen und friedlichen Mittel in Bewegung setzen, um die Fällung der Schlossberglinden zu verhindern.Das Gespräch führte Silvio Kuhnert
Pirna bekommt weitere Millionen für Denkmäler
10./11.07.2010 Dresdner Neueste Nachrichten
Wird das Sägen zum Fluch?
29.06.2010, Pirnaer Rundschau
Vom Streit um den Erhalt von Linden an der Schlosstreppe
Im Zuge der Sanierung und des Um-baus von Schloss Sonnenstein zum neuen Verwaltungszentrum des Landkreises nimmt die Stadt auch eine Neugestal-tung des Schlossberghanges vor. Die Entscheidung über den Umgang mit den Linden beidseitig der Schlosstreppe war vergangene Woche Thema im Stadtrat. Dieser hat sich mit dreizehn Ja-Stimmen, acht Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen für die Fällung von neun rund hundertjährigen Linden ausgesprochen. Die Linden befinden sich in der „Alterungsphase“, die allerdings bei Linden bis zu einem Alter von 1.000 Jahren andauern kann.
Stattdessen sollen 22 neue Linden gepflanzt werden. Dabei stehen allerdings notwendige Genehmigungen und gegebenfalls Gutachten aus. Als klare Befürworterin des Erhalts im Stadtrat, sprang Stadträtin Franziska Kuhne (Bündnis 90/Die Grünen) am deutlichsten gegen die Abholzaktion in die Bresche. Doch ihre Argumente konnten die Mehrheit des Stadtrates nicht umstimmen. Die Fällung der ortsbildprägenden Linden ist in der Öffentlichkeit inzwischen heftig umstritten. Und den Befürwortern des Erhalts gelingt es zunehmend, die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Rund 800 Bürger haben sich bereits spontan in einer Liste für den Erhalt der Linden eingetragen. Und das ist wohl erst der Anfang. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Pirna” führte vergangenen Sonntag bereits das zweite „Protest-Kaffeetrinken unter den Linden” durch und wird inzwischen bereits offen von der Seniorenvertretung Pirna, dem BUND und Stadträten mehrerer Parteien unterstützt. Die Argumente für den Erhalt der Linden fallen bei vielen Bürgern inzwischen auf fruchtbaren Boden: Wertvolle, über 100jährige Linden mit großem Kronenvolumen, die das Bild des Schlossberges prägen, werden vernichtet. Der Schlossberghang ist Landesgartendenkmal und sollte ebenso wie die schön sanierte Innenstadt nach dem denkmalpflegerischen Grundsatz „Erhalten/Bewahren/Konservieren“ behandelt werden.
Die Linden mit großen Wurzelballen und die Grasfläche befestigen inzwischen den Hang. Nach einer Fällung der Bäume und Entfernung der Grasnarbe wird befürchtet, dass es bei Starkniederschlägen zu massiven Erdrutschen kommen könnte. Die Stadt könnte zudem bei Erhaltung der Bäume Geld sparen. Die Kosten für Fällung, Neupflanzung und Aufzuchtpflege sowie die Kosten für Ersatzpflanzungen laut der Pirnaer Baumschutzsatzung sind erheblich. Vorbehaltlich eines Gutachtens, werden zudem geschützte Tiere in und auf den Linden vermutet, die einer Fällung „im Wege stehen“. Kein Wunder also, dass regionale Tageszeitungen bereits vom „Kettensägenmassaker” und vom „Kampf um die Linden-Allee” schrieben. Als weiteres Vorgehen der Bürgerinitiative „Lebenswertes Pirna” ist im August eine Bürgerversammlung geplant, auf der Pirnaer Bürger ihre Meinung äußern können und die Stadtverwaltung gebeten wird, die Planungen zu erläutern. Es bleibt zu hoffen, dass es für eine sachliche Auseinandersetzung nach dem eindeutigen Stadtratsbeschluss nicht schon zu spät ist.
T/F: Steffen Dietrich
Naturschützer wollen Linden-Allee retten
21.06.2010, Sächsiche Zeitung
Von Alexander Müller
Die geplante Fällaktion am Schlosshang sorgt über die Stadt hinaus für
Aufregung.Neun Linden sollen an der Schlosstreppe gefällt werden.
Die Debatte um die mögliche Rodung der Linden-Allee an der Schlosstreppe spitzt sich zu. Jetzt haben sich auch Naturschützer außerhalb von Pirna dieses Themas angenommen. „Wir greifen den Vorschlag der Stadtverwaltung, die Bäume abzuholzen, an“, erklärt Gottfried Mann, Mitglied des sächsischen Landesvorstands des Naturschutzvereins „BUND“.Die Ökologen bemängeln gleich mehrere Punkte an den Plänen der Stadt. „So ist zum Beispiel das Gutachten des Landesamts für Denkmalschutz noch nicht da“, berichtet Mann. Es seien außerdem noch viele weitere Expertisen einzuholen. Etwa, ob und welche Vögel-, Käfer und Fledermausarten in den Bäumen lebten.
Die Naturschützer bezweifeln auch, dass die betroffenen Linden nur noch zehn bis zwanzig Jahre stehen könnten. „Kein Gutachter kann Prognosen von mehr als zehn Jahren machen“, sagt Gottfried Mann. „Vorhersagen von 20 Jahren sind schon sehr weit hinausgelehnt.“ Das Argument, dass die Linden sowieso bald gefällt werden müssten, lässt er deshalb nicht gelten. „Hier werden die Bäume bewusst schlecht geredet.“ Die könnten auch in 60 Jahren noch stehen.
Die Stadtverwaltung strebt trotzdem weiter die geplante Entscheidung an. „Wir müssen mit dem Verfahren vorankommen“, erläutert Pirnas Baubürgermeister Christian Flörke. Die geforderten Gutachten würden erst zum eigentlichen Genehmigungsantrag im Herbst benötigt. „Jetzt geht es erst einmal nur um die Grundsatzentscheidung.“ Die sei nötig, um die gewünschten Fördermittel abrufen zu können.
Eine Begründung, die den Ökologen Gottfried Mann empört. „Diese Fördermittelgeilheit ist unglaublich.“ Er fordert, die Entscheidung aufzuschieben. Doch auch das lehnt Bürgermeister Flörke ab. „Man kann überlegen, ob man einen Vorbehalt mit in den Beschluss einbringt“, schlägt er vor. Und zwar in der Hinsicht, dass die Bäume erst dann gefällt werden, wenn alle Gutachten vorliegen. Den Naturschützern reicht das nicht. Sie haben eine aktive Präsenz bei der morgigen Stadtratssitzung angekündigt. Auch im Falle einer Entscheidung für die Fällung wollen sie die Linden noch nicht aufgeben und weiter für ihren Erhalt kämpfen.
Bericht der Dresdner Neueste Nachrichten über die Linden am Schlosshang.
15.06.2010, Dresdner Neueste Nachrichten




























